Nachruf
Kurz nach Erscheinen des Heftes 4/2008 des Theologischen Gespräches mit der Predigt von Gerhard P. Michael hat die Redaktion erfahren, dass Bruder Michael am 25.11.2008 verstorben ist. Wir wünschen allen Angehörigen Gottes Trost.
Nachruf auf Gerhard Paul Michael (1935-2008)
Am 25. November 2008 ist Gerhard Paul Michael gestorben. Er gehörte zu den profiliertesten Vertretern freikirchlicher Chormusik. Der 1935 in Düsseldorf geborene Michael absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler und war von 1960 an − zunächst in Neukirchen-Vluyn, ab 1965 in Wuppertal – 38 Jahre lang Leiter der Geschäftsstelle des Christlichen Sängerbundes, zeitweise auch Leiter des Verlags „Singende Gemeinde“. In dieser Eigenschaft hat er zahlreiche Fachaufsätze verfasst, Texte und Liedsätze bearbeitet sowie eigene Lieder gedichtet. Auch war er maßgeblich an der Herausgabe der „Gemeindelieder“, des ersten gemeinsamen Gesangbuchs des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, beteiligt.
Ehrenamtlich war Michael u.a. als Präsident der „Arbeitsgemeinschaft freikirchlicher Chorwerke in Europa“ und als freikirchlicher Vertreter bei der „Europäischen Kirchenmusik der Evangelischen Kirchen“ tätig.
In geistlicher Hinsicht empfing er als Jugendlicher wesentliche Impulse von einem Pfarrer, der ihn später auch taufte und konfirmierte, seine geistliche Heimat wurde jedoch die Freie evangelische Gemeinde Düsseldorf. Dort hat er als Mitältester, Chorleiter und in anderen Bereichen über Jahrzehnte Verantwortung übernommen.
G.P. Michael war ein Ästhet, ein akribischer Arbeiter, ein aufmerksamer Zuhörer und oft unbequemer, weil provozierender Gesprächspartner. Vermutlich hat auch der Tod seines 20-jährigen Sohnes, der während einer Urlaubsreise in Schweden ertrank, mit dazu beigetragen, dass ihm allzu glatte Welterklärungsmodelle suspekt waren.
Ca. 1995 wurde bei ihm eine schwere, seltene Blutkrankheit festgestellt. Menschlich gesprochen war sie es, die nun zu seinem Tod führte. Doch rechnete er damit, dass Gott „den Tag Ewigkeit“ herauffährt, wie er in einer Liedpredigt sagte (ThGespr 32, 2008/4, 197). „Ja, wir heißen ihn willkommen, jenen endgültigen Tag, der allen unseren Lebenstagen ihren wahren Sinn offenbaren wird und an dem alles Gewesene zu unzerstörbarem Heil und Frieden gelangen soll.“
Johannes Demandt
Nachruf R. Bohren
Leserbrief
